Tumbleweed
openSUSE Tumbleweed
openSUSE ist ein Gemeinschaftsprojekt, das auf der von der SUSE Software Solutions Germany GmbH beruht. SUSE nannte sich früher S.u.S.E., was als Abkürzung für Software- und System-Entwicklung stand. SUSE ist eine der ältesten und benutzerfreundlichsten Distribution überhaupt und hat dank Ihrer Wurzeln in Nürnberg schon immer auf eine durchgehend gute deutsche Übersetzung Wert gelegt. SUSE selbst bietet den "SUSE Linux Enterprise Server" (SLES) für Firmen gegen Bezahlung an. Davon wird dann das openSUSE Leap abgeleitet. Dieses ist mit einem LongTimeSupport-System zu vergleichen; dabei aber deutlich konservativer als selbst Debian und deshalb für Privatpersonen als Desktop weniger empfehlenswert (evtl. noch für einen Homeserver verwendbar).
Im Unterschied dazu ist openSUSE Tumbleweed ein Rolling-Release-System welches kontinuierlich aktualisiert wird. Dabei haben Rolling Releases folgende Vorteile:
- Aktuellster Kernel, und damit:
- Die Unterstützung der aktuellsten Hardware (in Bezug auf Linux) und damit vor allem für die Verwendung von moderneren Notebooks empfehlenswert
- Aktuellste Fehler- und Sicherheitskorrekturen
- Aktuellste Funktionserweiterungen
- Aktuelle Software in den distributionseigenen Quellen
- Insbesondere bei Desktop-Umgebung_nutzen#KDE.2FPlasma_Tricks ''KDE/Plasma'' werden in kurzen Abständen Fehlerkorrekturen und Funktionserweiterungen implementiert
- Bei Problemen mit einer Anwendung (App), wird man nicht mit der Bemerkung abgewimmelt "installiere doch erst mal die neuste Software-Version"
- Immer die bestmögliche Funktionalität, insbesondere für PowerUser (= Profis bzw. Spezialisten), die Ihr System optimal und effizient benutzen wollen!
- Man kann sich durch Fehlermeldungen (so genannte Bug-Reports), an der Verbesserung von Linux und den dazugehörigen Anwendungsprogrammen beteiligen
Dabei – bezogen auf eine stabile, aber sehr konservative LTS-Distribution wie openSUSE Leap, im Gegensatz zu einer Rolling Release-Distro, wie openSUSE Tumbleweed – ergeben sich natürlich auch ein paar Nachteile, die allerdings bei openSUSE Tumbleweed vor allem durch voll automatisches Testen – was von SUSE entwickelt und erstmalig eingesetzt wurde – sehr stark minimiert werden. Dieses automatisierte Testen jedes Software-Releases wird mittlerweile nicht nur von anderen Projekten, wie z.B. KDE/Plasma, übernommen, sondern auch von großen Firmen, deren Software Einfluss auf "Leib und Leben" haben kann (also insbesondere Automobilindustrie). Zusätzlich wird bei Tumbleweed vor einem Release, das neue Update einige Zeit (je nach Umfang der Änderungen) zwischen ein paar Tagen bis hin zu ein paar Wochen, im so genannten Factory Build von den Maintainern getestet.
Nachteile:
- Testtiefe ist geringer als bei Standard-Releases oder insbesondere LTS (Long Time Support)
- Etwas höhere Wahrscheinlichkeit, dass Fehler oder gar Sicherheitslücken unentdeckt bleiben
- Eine Software funktioniert bis zum nächsten Update nicht mehr (typischerweise nach ein paar Tagen zumindest teilweise behoben)
- Reife von neuen Funktionen etwas geringer (es werden manchmal später noch Maßnahmen getroffen, um den Umstieg zu erleichtern)
Quellen:
Warum Tumbleweed auch für Anfänger geeignet ist
openSUSE Tumbleweed ist zur Zeit (insbesondere aufgrund der automatisierten Testdurchläufe, aber und wegen der Maintainer-Test) das am besten getestete Rolling-Release-System. Damit ist es der beste Kompromiss für Benutzer, die sehr moderne Hardware (Notebook und Zubehör) verwenden wollen und dennoch auf gute Systemstabilität Wert legen.
Zudem hat Tumbleweed einige Mechanissmen und Verfahren implementiert, die es erlauben, das System im Problemfall ohne weitere Eingriffe wieder lauffähig zu bekommen.
So verwendet openSUSE schon seit langen das BTRFS-Dateisystem, welches durch das Snapper-Werkzeug. So werden vor und nach Änderungen immer so genannte "Schnappschüsse" des aktuellen Dateisystems gemacht. Dadurch ist es beim Starten auf einfache Weise möglich, das System (nicht aber die persönlichen Daten, die sich im "Home"-Verzeichnis befinden) auf einen älteren, lauffähigen Stand zurücksetzten lassen. Somit ist es immer möglich, beim Starten einen alten, lauffähigen Zustand wiederherzustellen.
Ein weiterer Grund, der für openSUSE Tumbleweed spricht, ist die sehr gute Integration fast aller Desktop Systeme, die sich entweder bei der Installation (oder später) auswählen lassen (und bei jedem Login ausgewählt werden können). Das kann insbesondere für Einsteiger hilfreich sein, da sie ohne Neuinstallation, einfach verschiedene Desktops ausprobieren können. Dazu kommt, dass (open)SUSE schon seit Anfang an auf den KDE-Desktop (jetzt Plasma-Desktop) gesetzt hat, wodurch es diesen hervorragend ins System integriert hat. Dadurch lässt sich Linux mit KDE so bedienen, wie man es von MS-Windows und anderen Systemen her gewohnt ist; es ist also für Wechselwillige (Windows zu Linux) keine nennenswerte Hemmschwelle mehr vorhanden. Das "Look und Feel" ist intuitiv; jeder kommt gleich zurecht.
Last, but not least, handelt es sich bei openSUSE um eines der ältesten Linux-Distributionen überhaupt, wodurch das Risiko, dass der Support plötzlich eingestellt wird, auf ein Minimum absinkt. Zudem kann SuSE Linux wie auch K-Desktop-Environment (= KDE) auf eine sehr "deutsche" Implementierung (also so wie "wir" ein System bedienen wollen) zurückblicken. So hat insbesondere Ulf eine sehr lange Erfahrung mit SUSE-Linux und den KDE-Desktop seit dem Jahr 2000 ununterbrochen zu Hause genutzt.
Reparatur falls ein Kernel Update unterbrochen wurde
Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Via Zypper update (siehe auch Beschreibung openSUSE Tumbleweed-Upgradehier)
- Boot alter Kernel "mit Schreibrechten"
- <strg>+<alt>+<F1> - erste Textkonsole und als root anmelden:
zypper cc -a && zypper ref && zypper dup --allow-vendor-change; reboot
- Via (halbwegs) aktuellen Tumbleweed Boot Image (siehe auch Beschreibung SDB-Hilfe)
- Entweder vorhandenes Image auf bootbaren Medium (DVD / USB-Stick) (herunterladen) oder neu herunterladen (reicht vermutlich die Netzwerk Installation herunterladen) und auf das Medium brennen
- Diesen Booten und "Upgrade" auswählen
- Sprache usw. wählen
- Anzeige der verwendeten Repositorys – hier kann man durch "Status ändern" die bestehenden Repositorys behalten.
- Die Online-Repositories mit Ja und Bestätigung hinzufügen (auch wenn sie dann doppelt drin sind)
- alles Weitere bestätigen und dann "Aktualisiern" drücken
- Update abwarten und bei Bedarf Anweisungen folgen
Nun sollte wieder alles funktionieren.
Weitere Tipps zur Benutzung des Software Verwaltungswerkzeugs "zypper"
Arbeiten mit Paketquellen - so gennanten Repositories'
- Anzeigen aller Paketquellen
zypper lr - Anzeigen aller Pakete einer Paketquelle
zypper pa -ir <Repository-Name oder Nummer> - Löschen von Paketquellen
zypper rr <Repository-Name oder Nummer>
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